Wichtelzeit – wenn kleine Türen
große Augen machen
Letztes Jahr ist bei uns zum ersten Mal ein Wichtel eingezogen. Und mit ihm kam nicht einfach nur eine kleine Tür in unser Zuhause, sondern eine Idee, die unsere Adventszeit verändert hat.
Statt eines klassischen Adventskalenders begleitet uns seitdem der Wichtel durch den Dezember. Nicht mit 24 Geschenken, sondern mit gemeinsamen Momenten, jeder Menge Quatsch, kleinen Überraschungen und ganz viel Fantasie.
Mal wartet ein Brief vor seiner Tür. Mal hat er sich einen kleinen Streich erlaubt. An einem anderen Tag bringt er eine Idee für etwas mit, das wir gemeinsam machen können. Und manchmal passiert auch gar nichts Großes.
Besonders schön fand ich, dass unsere Wichtelzeit nicht allein von mir gestaltet wurde. Auch andere Familienmitglieder konnten sich Aktionen überlegen und den Wichtel bei seinem nächsten kleinen Abenteuer unterstützen. So wurde aus der Wichtelzeit etwas Gemeinsames – und aus einer winzigen Tür ein fester Teil unserer Adventszeit.
Wenn aus einem Adventskalender gemeinsame Zeit wird
Für uns war von Anfang an klar: Wenn der Wichtel einzieht, brauchen wir nicht zusätzlich noch einen großen Adventskalender.
Natürlich gibt es auch bei unserem Wichtel kleine Überraschungen. Aber im Mittelpunkt steht nicht die Frage: „Was bekomme ich heute?“, sondern viel öfter: „Was hat der Wichtel heute Nacht gemacht?“
Und genau das liebe ich an dieser kleinen Tür.
Hinter ihr können Geschichten entstehen. Der Wichtel kann zu einer gemeinsamen Aktion einladen, einen kleinen Streich spielen, einen Brief schreiben oder etwas vorbereiten, das wir zusammen erleben. Manchmal braucht es dafür Material, manchmal ein kleines Goodie – und manchmal tatsächlich nur ein paar geschriebene Zeilen.
Auch unsere Familie durfte Teil dieser Wichtelzeit werden. Wer Lust hatte, konnte eine Aktion übernehmen und dem Wichtel für eine Nacht ein bisschen unter die Arme greifen. So lag der Zauber nicht nur bei einer Person und gleichzeitig entstanden ganz unterschiedliche Ideen.
Für uns wurde der Wichtel dadurch weniger zu einem weiteren Punkt auf der Weihnachts-To-do-Liste und viel mehr zu einer Möglichkeit, kleine gemeinsame Momente in den Dezember zu holen.
Wie viel Wichtelwelt braucht eine kleine Tür?
Wer sich heute mit dem Thema Wichtel beschäftigt, merkt ziemlich schnell: Rund um diese winzige Tür könnte man vermutlich ein komplettes zweites Zuhause einrichten. Es gibt Möbel, Geschirr, Werkzeuge, Fahrzeuge und unzählige kleine Dinge für die Welt vor der Wichteltür.
Und wenn genau das euch Freude macht: Baut eurem Wichtel sein kleines Paradies!
Bei uns ist es deutlich schlichter.
Wir leben vor allem von der Tür. Denn das Spannende passiert für uns dahinter.
Wie sieht es dort aus? Wo schläft unser Wichtel? Was macht er nachts? Woher kommen seine Briefe und wo verschwindet er morgens wieder hin?
Wir müssen darauf gar nicht immer eine sichtbare Antwort geben. Denn genau dort beginnt die Fantasie.
Gerade bei jüngeren Kindern kann es trotzdem schön sein, die Geschichte hier und da etwas greifbarer zu machen. Ein Briefkasten, kleine Fußspuren oder ein Gegenstand vor der Tür können helfen, zu verstehen: Hier ist etwas passiert.
Wie viel es davon braucht, darf aber jede Familie selbst entscheiden.
Der schönste Zauber steckt nicht in Dingen,
sondern in gemeinsamen Momenten.
Eure Wichtelzeit muss nur zu euch passen
Und vielleicht ist genau das mein liebster Gedanke an der ganzen Wichtelzeit: Es gibt kein richtiges Wichteln.
Der eine Wichtel veranstaltet nachts das größte Chaos. Der nächste schreibt lieber Briefe. Einer bringt kleine Geschenke, ein anderer gemeinsame Ideen. Bei manchen Wichteln entsteht rund um die Tür eine liebevolle Miniaturwelt. Bei anderen bleibt es ganz schlicht – und die eigentliche Welt entsteht in der Fantasie.
Vielleicht möchtet ihr jeden Morgen etwas entdecken. Vielleicht nur alle paar Tage.
Vielleicht plant ihr vier Wochen im Voraus. Vielleicht entscheidet ihr spontan.
Perfekt ist nicht die Wichtelzeit mit den meisten Ideen, dem schönsten Zubehör oder dem spektakulärsten Streich. Perfekt ist die, die euch nicht stresst und trotzdem von euren Kindern geliebt wird.
Ein bisschen Vorbereitung darf trotzdem sein
So sehr die Wichtelzeit von Fantasie und spontanen Ideen lebt – ein bisschen Vorbereitung kann dabei helfen, dass aus dem Zauber nicht irgendwann zusätzlicher Weihnachtsstress wird.
Denn spätestens wenn man abends müde auf dem Sofa sitzt und einem einfällt, dass der Wichtel für den nächsten Morgen noch überhaupt keinen Plan hat, kann aus der kleinen Tür ziemlich schnell eine weitere Aufgabe auf der To-do-Liste werden.
Uns hilft es deshalb, vorher einen groben Plan zu haben. Welche Aktionen möchten wir gerne gemeinsam machen? Welche kleinen Streiche passen zu uns? Brauchen wir dafür etwas, das vorher besorgt oder vorbereitet werden muss? Und an welchen Tagen darf es auch einfach mal ruhig bleiben?
Dabei muss längst nicht jeder einzelne Tag Wochen vorher feststehen. Ein Plan darf verändert, getauscht oder spontan über den Haufen geworfen werden. Er soll nicht bestimmen, wie eure Wichtelzeit aussehen muss – er soll euch den Rücken freihalten, damit ihr sie genießen könnt.
Denn auch hier gilt: Vorbereitung soll Stress nehmen und keinen neuen entstehen lassen.
Ein Wegbegleiter für eure Wichtelzeit
Jede Familie wichtelt anders – und genauso unterschiedlich darf auch die Vorbereitung aussehen.
Vielleicht möchtet ihr euch einfach inspirieren lassen, eure Wichtelzeit von Grund auf selbst gestalten oder euch mit einer fertigen Planung ein Stück Vorbereitung abnehmen lassen.
In der Wichtelwelt im Wegbegleiter findet ihr verschiedene Möglichkeiten, die euch dabei begleiten – mal mit mehr Unterstützung, mal mit mehr Raum für eure eigenen Ideen.
Nehmt euch das, was zu euch passt, und macht daraus eure ganz eigene Wichtelzeit.